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„Krank auf der Straße“ – Projekt für wohnungslose Menschen

Diakonisches Werk Marburg-Biedenkopf bittet um Spenden


Was bedeutet es eigentlich im Alltag, wohnungslos zu sein? Ohne geschützten Rückzugsraum, ohne wärmende Heizung und ohne fliessendes Wasser. Bei allen verschiedenen Schicksalsschlägen ha­ben diese Menschen eines gemeinsam: Solche Lebensumstände machen krank. Wer täglich seine Existenz sichern muss, achtet kaum auf seinen eigenen Körper und hat fast keinen Kontakt zu medizini­schen Angeboten. Die Statistik zeigt: Wer arm ist, stirbt früher. Bei Männern sind es elf Jahre und bei Frauen acht Jahre.

Um wohnungslosen Menschen eine Anlaufstelle zu bieten, hat das Diakonische Werk vor über 25 Jahren in Marburg zur „Fachberatung Wohnen“ die Tagesaufenthaltsstätte (TAS) eingerichtet. Im Sommer an fünf und im Winter an sechs Tagen können die Besucher hier frühstücken, ein preisgünstiges Mittagessen erhalten, duschen, sowie ihre Wäsche waschen und trocknen. Bei Bedarf erhalten sie neue Kleidung, Zelt, Isomatte oder Schlafsack. Zwei Ärztinnen bieten eh­renamtlich zweimal im Monat eine Sprechstunde an.

Durch Fördermittel für das Projekt „Krank auf der Straße“ konnte das Angebot mit einer Krankenschwester erweitert werden. Ursula Schneider ist stundenweise im Einsatz. Sie sagt: „Als man an mich das Projekt  ‚Krank auf der Straße‘ herantrug fühlte ich mich gleich angesprochen und die Neugier wurde in mir geweckt. Berührungs­ängste wegen des Klientels hatte ich nicht, da jeder Hilfe und Unter­stützung verdient, um sein Leben zu meistern. Ich komme montags und jeden zweiten Mittwoch hierher. Ich werde schon auf der Straße herzlichst von den Menschen hier begrüßt. Meine Aufgabe ist das Beraten in pflegerischen, medikamentösen und sozialen Bereichen. Messen des Blutdruckes und des Blutzuckers. Wunden verbinden. Bei Schmerzen soweit wie möglich mit Salben zu helfen oder auf ei­nen Arzt zu verweisen.“

Die Besucher der Tagesaufenthaltsstätte wissen die medizinische Versorgung zu schätzen. Sieglinde Döring (im Bild rechts) sagt: „Das Wichtigste ist, dass ich meine Tabletten in der TAS habe und hier auffüllen, beziehungsweise wochen­weise stellen kann. Ich komme regelmäßig seit 1998 in die TAS und kann daher hier immer zuverläs­sig meine Tabletten neh­men. Die Ärztinnen, die hier sind, sind sehr gut und ge­hen auf die Probleme ein, die ich habe. Sie erklären mir die Befunde meines Hausarztes, wenn ich sie nicht verstehe. Ich kann die Befunde hier kopieren und hinterlegen. Gut finde ich, dass hier auch mein Blut­druck und meine Zuckerwerte hin und wieder mal gemessen wer­den.“

Die Fördermittel für das Projekt „Krank auf der Straße“ sind begrenzt. Um wohnungslosen Menschen in der TAS dauerhaft den Zugang zu medizinischer Versorgung und gesundheitlicher Vorsorge anzubieten, bittet das Diakonische Werk um Spenden. Zuwendungsbestätigun­gen werden selbstverständlich gerne erstellt.


Sie können direkt spenden mit dem Vermerk:  


DWMB „Krank auf der Straße“
auf das Konto des Kirchenkreisamtes Kirchhain-Marburg:
Evangelische Bank eG
IBAN: DE81 5206 0410 0002 8001 01


Oder Sie können bei kirchlichen Veranstaltungen und in der Spen­dendose „Bob der Streuner“ das


Jahresspendenprojekt der Ev. Kirchengemeinde Dreihausen – Heskem


unter­stützen, das in diesem Jahr dem Projekt „Krank auf der Straße“ zu­gute kommt.


Pfarrerin Angelika Kaese